Ansel Adams
Dokumentation (82 min)
Von Ric Burns  

Am 10. Oktober beginnt in der Kunstbibliothek Berlin die mit Spannung erwartete Retrospektive über den amerikanischen Künstler Ansel Adams anlässlich seines 100. Geburtstages. Mit mehr als 100 Exponaten stellt diese Ausstellung die umfangreichste Schau des populären Landschaftsfotografen (1902-84) dar. Im Zusammenhang mit der Retrospektive, die in London, San Francisco, New York (MOMA), Los Angeles und Chicago, gezeigt wird, erschien bei Little Brown und Co. ein exklusives Werkverzeichnis, das reißenden Absatz findet. 

AMERICAN EXPERIENCE präsentiert mit ihrer Dokumentation  Ansel Adams  eine wertvolle und spannende Ergänzung der beiden Projekte. So versucht der Film nicht, eine weitere Werkerläuterung oder kunsthistorische Einordnung des Künstlers zu liefern, sondern  zeichnet ein außergewöhnlich lebendiges Bild über die Persönlichkeit und das Leben des Ausnahmefotografen. 

Dieser fand schon als 20 Jähriger das Motiv, das ihn berühmt machen, und das bis zum Tod sein Hauptmotiv bleiben sollte: Die wilde Gebirgslandschaft Ussimity im Bundesstaat Nevada. Seine großartigen Naturfotografien wirken wie Märchenlandschaften und erinnern in ihrer Dramatik oft an die Gemälde Caspar David Friedrichs. 

Adams, der seine Kunst als „affirmation of life“ verstand, wurde zum Vater der amerikanischen Landschaftsfotografie, der sich zudem aktiv für die Erhaltung und den Schutz der Natur einsetzte. 

Visuell aufwendig gestaltet wird der Betrachter durch die Kamerafahrten über die Fotografien in die wilde Welt des Ansel Adams gezogen, wobei er manchmal nicht mehr unterscheiden kann, ob er gerade im  Abbild oder in dem natürlichen Motiv versinkt. 

Die Magie von Anselms Bildern hat sich bis heute erhalten und ist Teil des Emanzipationsprozesses der Fotografie, die heute als autonome Kunstform ihre bisher größten Erfolge feiert.