Berga
Dokumentarfilm (86 Min.)

Der Film ist die letzte Arbeit des bedeutenden, 12-fach Oscar-nominierten Filmemachers Charles Guggenheim, Gewinner von vier Academy Awards. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Guggenheim einen Freund der 106ten Division ausfindig zu machen. Durch Nachforschungen in Dokumenten über Kriegsverbrecher-Verhandlungen des „National Archive“ fand Guggenheim heraus, dass sein Freund wie tausend andere jüdische Amerikaner im Arbeitslager Berga in Deutschland gefangengehalten und getötet wurde. Geschockt von dieser schrecklichen Entdeckung, entschloss er sich die Geschichte von Berga für die Nachwelt festzuhalten. 2002 verstarb Charles Guggenheim im Alter von 78 Jahren.

Im Dezember 1944 wurden tausende amerikanischer Soldaten gefangengenommen und in das Kriegsgefangenenlager Stalag 9B in Bad Orb transportiert. Eine deutsche Militäranordnung sah vor, dass sich jüdische Soldaten zu erkennen geben mussten. Nachdem sich die amerikanischen Soldaten weigerten dieser Anordnung Folge zu leisten, wurden Wärter angehalten „jüdisch aussehende“, Soldaten mit „jüdisch-klingenden Nachnamen“ oder Soldaten, die als „unerwünscht“ eingestuft wurden, auszusortieren. Dennoch waren weniger als ein Drittel tatsächlich Juden. Sie wurden daraufhin nach Berga/Ostthüringen verlagert, ein Anhängsel des berüchtigten Lagers Buchenwald, wo sie mit anderen jüdischen Zwangsarbeitern die Gräueltaten der Nazis erleiden mussten.

Um Charles Guggenheim für seine großartige Arbeit an seinen über 100 Dokumentarfilmen zu ehren, benannte das Full Frame Documentary Festival im April 2003 einen Filmpreis nach ihm und zeichnete ihn mit dem Career Award aus. Die Weltpremiere von Berga: Soldiers of Another War fand ebenfalls mit großem Erfolg im Rahmen dieses Festivals statt.