The Greatest Murder Story Never Told
Dokumentation (49 Min.)

Am 07. November 1973 ermordeten Willie Steelman und Douglas Gretzler neun Menschen auf einer friedlichen Farm in Victor, Californien. Nach ihrer Verhaftung gestanden die beiden weitere Morde: In nur zwei Wochen hatte das Duo auf seinem blutigen Roadtrip 17 Menschen umgebracht. Die kaltblütige Eskalation der Gewalt erinnert erschreckend an Truman Capotes „In Cold Blood“, dass  Steelman öfters gelesen hatte.
Trotz ausführlicher Schlagzeilen und Zeitungsberichte erschien bis heute weder ein Buch, noch ein Film über diese unvorstellbare Tat. The Greatest Murder Story Never Told versucht diese Lücke zu schließen. In zahlreichen Archivaufnahmen und Interviews rekonstruiert der Film den Ablauf der Todestour und die nachfolgenden Ereignisse.

Klugerweise wird jeder Erklärungsversuch, Schuldfrage oder Motivsuche für das Handeln der Täter vermieden, in dem Wissen, dass dies einer Rechtfertigung des Nicht-Wieder-Gutzumachenden gleichkäme. Auch wenn die beiden Täter in Form von Archivtonaufnahmen zu Wort kommen, verliert der Zuschauer nicht das natürliche Grauen: Zur heiteren Heimorgelmusik von Steelman oder den sanften Erzählungen Gretzlers zeigt die Kamera die Orte des Verbrechens – stille Landschaften, deren sattes Gras an Friedhofswiesen erinnert.

Das Unbegreifliche der Geschehnisse wird jedoch in vollem Umfang an den Aussagen von Jack Earl deutlich. Als einziger Angehöriger der Opfer schildert er seine Obsession auf der Suche nach jedem Detail, die ihn sogar zu einem Treffen mit Gretzler bewegte. Doch am Ende dieser Sisyphusarbeit steht die Erkenntnis, dass das quälende „warum“ für immer unbeantwortet bleibt. Der Tod von Gretzler (1998 durch Injektion) und Steelman (1986 durch Krebs) ändern nichts an dem persönlichen Verlust und Trauma.


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