Long Gone
Dokumentarfilm (90 Min.)

Über einen Zeitraum von 5 Jahren begleitet Long Gone sechs „Tramps“ (dt. Landstreicher), die sich selbst als „die letzten freien Amerikaner“ bezeichnen, auf ihrer Reise. Es sind Männer und Frauen, die – ob freiwillig oder nicht – einem gesellschaftlichen Durchschnittsleben abschworen, um Ihr Glück in der Ferne und Unabhängigkeit zu suchen. Ein wichtiges Element in Ihrem Leben ist der Zug – er ist für sie nicht nur Haupt-Transportmittel sondern vor allem Symbol und Werkzeug ihrer individuellen Freiheit.

Die Welt dieses unabhängigen und fließenden Teils der Bevölkerung ist ein Anachronismus von Anarchie und dem harten Kampf ums Überleben. In spannenden 90 Mintuen blickt der Zuschauer nicht nur retrospektiv auf das Leben der unterschiedlichen Protagonisten zurück, sondern nimmt aktiv am Geschehen teil. Man wird Zeuge von Geburt, Tod, Sucht, Gewalt, Erlösung, Freude und Leid.  Verfolgt vom Gesetz, aufgewühlt durch eine ungewisse Zukunft und mysteriöse Vergangenheit sterben einige, andere heiraten, manche kehren zurück in ihr normales Leben; doch die meisten können nicht...

Durch den Wechsel von gelungenen Handkameraaufnahmen und ästhetischen, farbintensiven Landschaftsaufnahmen vom fahrenden Zug wirkt der Dokumentarfilm dabei so authentisch, dass man selbst das Gefühl hat einer von Ihnen zu sein. Es scheint als könne man selbst den Fahrtwind des Zuges im Haar spüren, den Dreck in seinen Klamotten ertasten, die Hitze des Lagerfeuers fühlen, den üblen Geruch der ungewaschenen Protagonisten riechen und den Blick in die Ferne lenken, um seine Freiheit zu genießen.


2003 Sundance Film Festival
2003 Berlin Film Festival