Sunset Story
Dokumentation (53 Min.)

  Vor dem Hintergrund eines Ruhesitzes für politische Aktivisten begibt sich Sunset Story in die Welt zweier älterer Frauen, Irja Lloyd (81) und Lucille Alpert (95), deren komplexe Beziehung ein Halt in ihren letzten Tagen ist. Während ihr Verstand noch messerscharf ist, kämpfen Irja und Lucille täglich gegen die Hindernisse der Abhängigkeit von anderen, fehlende Ausdauer, Isolation und dem Leben mit Menschen, die unter Altersdemenz leiden. Wir begleiten Irja und Lucille über einen Zeitraum von mehreren Monaten, während sie sich, unzertrennlich, zu Maniküren, politischen Protesten und Mahlzeiten in ihrem Lieblings-Restaurant hinauswagen. 

In ihrem Zuhause in Sunset Hall sind sie indessen unter den wenigen, die sich in den politischen Diskussionen zu Wort melden; sie versuchen die schreckliche Auswahl der Speisekarte zu revolutionieren und machen, unter vier Augen, ihrem Ärger über die anderen Bewohner Luft. Dann, als Lucille eine tödliche Krebsdiagnose gestellt wird, muss Irja sich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, ihren Lebensinhalt zu verlieren. 

Irjas und Lucilles Geschichte macht sowohl die Menschlichkeit älterer Frauen als auch das persönliche Drama des Alterns deutlich. In einer Gesellschaft, in der alte Menschen zunehmend isoliert und als „unangenehme“ Mahnmale des Alterns beiseite geschoben werden, lässt uns dieser Film über das Älterwerden anders denken. Er erlaubt uns, mit den manchmal urkomischen älteren Charakteren zu lachen; er nimmt uns mit in eine Welt, die wir nie für wichtig gehalten haben und betrifft uns mit einer unerwarteten Dringlichkeit und Emotion.